Ist es eine Kippe oder ein Berg?
Die Kippe entstand seit dem Aufschluss des Tagebaus Hambach. Im Oktober 1978 wurde damit begonnen, die über dem Kohleflöz lagernde 170 Meter mächtige Erdschicht beiseite zu räumen und außerhalb der künftigen Grube als Außenkippe abzulagern. Inzwischen entstand auf einer Gesamtfläche von 13 Quadratkilometern eine etwa 200 Meter hohe Schüttung. Seit 1990 wird die Kippe nach Süden auf bereits ausgekohlten Tagebauflächen erweitert. Der Höhenunterschied bis zur Sohle des Tagebaus beträgt etwa 600 Meter – eine Dimension wie in einem Mittelgebirge.
Der Berg entstand erst später, indem die Natur der zunächst nackten Kippe nach und nach ein einigermaßen gewöhnliches Aussehen schenkte, als bestünde auch dieser Berg seit langen Zeiten. Da aber jene Aktiengesellschaft, die den großen alten Wald beiseite räumte, um an die dicke Kohle zu kommen, den Berg für ihr Marketing benutzt, besteht bei nicht wenigen Menschen in der Region, insbesondere jenen, die den alten Wald vermissen oder ihr Heimatdorf verloren haben, eine gewisse Abneigung gegenüber dieser Kippe. Es scheint, nicht wenige Menschen hegen eine Aversion gegenüber dieser Landschaft. Wer den alten Wald nicht kannte oder zumindest das Entstandene nicht permanent mit dem Vergangenen in Vergleich setzt, kann auf der „Sophienhöhe“ genannten Kippe einer spannenden Frage folgen: Wie weit ist diese Kippe von kaum vorstellbarer Dimension schon zu einem landschaftlichen Berg geworden und wo lässt sich diese Wandlung beobachten?
