Deutschland ab vom Wege

Angeregt durch die Publikation Denkweg und einen Bericht darüber in der Süddeutschen Zeitung machte sich der Fotograf Andreas Teichmann auf den Weg von Aachen nach Zittau. Für seine Wanderung entwickelte er eine eigene Route und einen Blog: 50Days. Fünfzig Tage vor der Bundestagswahl 2017 brach er auf mit seiner 100-Megapixel-Mittelformatkamera im Rucksack zu einer »visuellen Untersuchung«, einer Art »visual investigation«. Er spürte der Frage nach, »wie das Land vor der Wahl tickt«.
Auf seiner vorletzten Etappe nach Zittau begleitete ich Andreas Teichmann für einen Tag. Unser Gespräch entlang des Weges kreiste dabei im Wesentlichen um zwei Themen: Lange beschäftigte uns, inwieweit seine Fotos eine politische Komponente enthalten. Überwiegend zeigen seine Bilder relativ zufällig eingesammelte Szenen – ebendas, was sich entlang der Wanderung gerade darbot. Sie sind daher auch nicht zugespitzt auf solche »Aufreger«, die jeweils für kurze Zeit die Medien und öffentlichen Diskurse bestimmen. Seine Fotos sind keine »Breaking News«, keine Sensationen, die eine Menge Klicks generieren. Es sind eher alltägliche Situationen, entlang einer langsamen Fortbewegung durch das Land, überwiegend durch ländliche Gebiete, darunter auch solche Landstriche, die gelegentlich als »abgehängt« bezeichnet werden.
Vielleicht sind die Fotos von Andreas Teichmann gerade darum eine leise Gegenposition, die im vermeintlich Abgehängten einmal hinschauen und festhalten, was dort ist.
Seine Blickrichtung ist eine andere, als sie die Titelseiten der großen Zeitungen und die Fernsehnachrichten überwiegend zeigen: Diese melden Ereignisse, die sich in den Städten zutragen, erzählt von Menschen, die in Städten leben. »Als höre die Welt am Rande der Städte auf und werde erst in exotischer Ferne wieder interessant«, wunderte sich der Journalist Henning Sußebach selbstkritisch.

„Deutschland ab vom Wege“ weiterlesen

Gehen ist Gehen ist Gehen

Geht es? Wie geht es? Was geht? Geht was? Auf geht’s! Geht ab! Geht prima. Geht abwärts. Geht nicht mehr. Geht kaputt. Nix geht. Geht verloren. Geht sich aus. Ist ausgegangen. Geht auf den Senkel. Geht durch und durch. Geht gar nicht. Geht’s noch! Geht so weiter. Wie lang geht das noch? Wie soll es denn gehen? Kann es gehen? Geh’ – so viele Geh-Worte. Und mit diesen Worten ist noch nicht einmal ein einziger Schritt gegangen. Wie kann das gehen?
[aus: Weisshaar, Bertram: Einfach losgehen]

Diese Blogseite versammelt Berichte zum Denkweg und Gedanken zum Weg in die Zukunft.